Der beschriebene Befund trifft einen zentralen Punkt – und verfehlt ihn zugleich an einigen Stellen. In der Summe zeigt sich weniger eine „Lehrstunde Trumps“ als eine Lehrstunde über Europa : über seine Reizbarkeit, seine rhetorische Überhitzung und seine anhaltende Schwierigkeit, Machtpolitik von Moralrhetorik zu trennen. 1. Trumps Methode: Eskalation als Verhandlungsvorbereitung Dass Donald Trump mit maximaler Rhetorik operiert und anschließend mit begrenzten, pragmatische
Die jüngste Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa liefert ein aufschlussreiches Stimmungsbild – und stellt zugleich zentrale politische Prioritätensetzungen infrage. Denn während öffentliche Debatten häufig von Klimapolitik, Extremismus oder geopolitischen Bedrohungsszenarien dominiert werden, verorten die Bürger ihre größten Sorgen an ganz anderer Stelle. 1. Bildung als systemisches Risiko Mit 90 Prozent steht das Bildungssystem an der Spitze der Sorgenliste. Das i
Bei seiner Ansprache auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos projizierte Donald Trump nicht nur das Bild einer machtvollen USA, sondern einen klaren Richtungswiderspruch zur dominanten europäischen Politiklinie. Seine Rede war keine reine Wirtschaftsdarstellung, sondern eine geopolitische Kampfansage an Europa und multilaterale Ordnungselemente. 1. Europa als Sündenbock Trump eröffnete seine Rede mit einer martialschen Wendung: Europa sei „nicht mehr erkennbar“, beschädigt d
Die diplomatische Aufregung um den von Donald Trump geplanten „Friedensrat“ folgt einem vertrauten Muster: Empörung ersetzt Analyse, institutionelle Selbstverteidigung tritt an die Stelle nüchterner Machtbetrachtung. Die eigentliche Frage lautet nicht, ob Trump eine Alternative zur Vereinte Nationen plant – sondern warum eine solche Alternative überhaupt denkbar erscheint. 1. Die UNO als sakrosankte Fiktion Europäische Reaktionen, allen voran aus Paris, verteidigen die UNO
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos inszeniert sich seit Jahrzehnten als globales Diskussionsforum für die großen Fragen der Zeit. In Wahrheit ist es ein machtpolitischer Knotenpunkt ohne demokratische Legitimation , ein Ort, an dem politische Weichen vorab gestellt werden – fernab parlamentarischer Kontrolle, öffentlicher Rechenschaft und gesellschaftlicher Mitsprache. 1. Davos: Bühne der Selbstermächtigung Im schweizerischen Davos treffen sich jährlich Staats- und Reg
Der diesjährige Gipfel des Weltwirtschaftsforum in Davos steht weniger im Zeichen globaler Steuerung als eines offenen Machtverlusts. Zwar ist das alpine Schaulaufen der politischen und wirtschaftlichen Spitzen erneut gut besucht – doch die Fassade eines handlungsfähigen, normsetzenden Westens bröckelt sichtbar. Der Grund dafür trägt einen Namen: Donald Trump . 1. Davos unter neuer Leitung – und ohne Deutungshoheit Erstmals wird das WEF nicht mehr von seinem Gründer geprägt
Die Intervention von Dunja Hayali in der Debatte um die Äußerungen von Daniel Günther ist mehr als eine persönliche Wortmeldung. Sie wirkt wie ein Symptom – für den Zustand des öffentlich-rechtlichen Journalismus und für eine politische Agenda, die unter dem Schlagwort „Schutz“ tief in Grundrechte eingreift. 1. Vom Journalismus zur Parteinahme Hayalis Einlassung überschreitet eine klassische journalistische Grenze. Statt Distanz zu wahren, übernimmt sie argumentative Linien
Während sich im Schweizer Alpenort Davos erneut die selbsternannten Lenker der Weltwirtschaft versammeln, offenbart das aktuelle Chaos abseits der Hauptbühnen mehr als nur organisatorisches Versagen. Es zeigt die innere Logik des Weltwirtschaftsforum : Zugang ist Macht – und Macht ist exklusiv. 1. Davos als Parallelgesellschaft Fast 200 registrierte und zahlende Teilnehmer, die in der Kälte stranden, weil ihnen farbcodierte Abzeichen fehlen, sind kein Betriebsunfall. Sie si
Die Ankündigung von Donald Trump , einen internationalen „Friedensrat“ ins Leben zu rufen, wird in Europa reflexhaft als Angriff auf die bestehende Weltordnung gelesen. Insbesondere Paris warnt vor einer Unterminierung der Vereinten Nationen. Doch diese Kritik greift zu kurz – und lenkt vom eigentlichen Kern des Projekts ab. 1. Keine UNO-Konkurrenz, sondern ein Realitätscheck Der Vorwurf, Trump wolle eine Konkurrenz zur Vereinte Nationen etablieren, setzt voraus, dass die UN