Einordnung der Aussagen von Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 Der Satz, der alles verändert Es war nur ein Halbsatz. Kein Donnerschlag, kein historisches Pathos. Und doch markiert er eine tektonische Verschiebung: Deutschland solle nicht länger nur eingebundener Partner sein, sondern „strategischer Akteur mit dauerhafter militärischer Verantwortung“. Was technisch klingt, ist in Wahrheit ein Bruch mit der politischen DNA der Bundesrepublik. Über Jahrze
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat Emmanuel Macron Europa aufgefordert, geopolitisch zur Macht zu werden. Man müsse die Ukraine schützen, Russland weiter entgegentreten und sich strategisch eigenständiger aufstellen. Es war eine Rede voller Entschlossenheit – und voller Ambition. Doch Ambition ersetzt keine Realität. Europa ist keine Militärunion, sondern ein fragiles politisches Gebilde, das wirtschaftlich unter Druck steht und gesellschaftlich zunehmend polarisiert i
Marco Rubio setzt auf Realismus und transatlantische Erneuerung Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat US-Außenminister Marco Rubio eine Rede gehalten, die in ihrer Klarheit auffiel – nicht durch Pathos, sondern durch strategische Schärfe. Während viele Beiträge in München traditionell von diplomatischer Vorsicht geprägt sind, setzte Rubio auf eine andere Tonlage: nüchtern, sicherheitspolitisch fokussiert und mit deutlichem Appell an europäische Eigenverantwortung. Sicherh
Die alte Vision einer Einigung mit Russland – und ihre heutige Realität Die Vorstellung eines Europas „vom Atlantik bis zum Ural“ ist kein neues Gedankenspiel. Sie geht zurück auf den französischen Präsidenten Charles de Gaulle, der sich ein strategisch eigenständiges Europa vorstellte – nicht als Juniorpartner der Vereinigten Staaten, sondern als eigenständiger Machtpol zwischen Washington und Moskau. Auch Winston Churchill sprach nach dem Zweiten Weltkrieg von einer europäi
Zwei Freiheitsbegriffe prallen aufeinander Kaum signalisiert die neue US-Administration unter Donald Trump, Initiativen für Redefreiheit in Europa unterstützen zu wollen, schlägt in Brüssel das Alarmmuster an. Der Vorwurf lautet: „Ausländische Einmischung“. Das ist bemerkenswert. Denn transatlantische Vernetzung galt über Jahrzehnte als selbstverständlicher Bestandteil politischer Zusammenarbeit – solange sie progressive Projekte unterstützte. Nun, da sich der ideologische Sc
Wie der „Trump deckte Epstein“- Vorwurf konstruiert wird – und was belegt ist Die Epstein-Affäre ist eines der größten Elitenversagen der letzten Jahrzehnte. Gerade deshalb eignet sie sich politisch als Projektionsfläche. In den USA versuchen politische Gegner von Donald Trump derzeit, aus dessen früherer Bekanntschaft mit Jeffrey Epstein ein Narrativ zu formen, das auf Mitwisserschaft oder gar Deckung hinausläuft. Eine nüchterne Analyse der verfügbaren Fakten zeichnet jedoch
Wie die EU-Kommission amerikanische Meinungsäußerungen unter Druck setzt Der jüngste Bericht des Justizausschusses des US-Repräsentantenhaus Justizausschuss richtet schwere Vorwürfe gegen die von Ursula von der Leyen geführte Europäische Kommission. Der zentrale Befund: Die EU habe über Jahre hinweg systematisch Druck auf große Social-Media-Plattformen ausgeübt, um deren globale Moderationsregeln zu verändern – mit direkten Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit in den Vere
Warum der US-Justizbericht zur EU mehr ist als transatlantisches Säbelrasseln Der Zwischenbericht des Justizausschusses des US-Repräsentantenhaus Justizausschuss markiert eine Zäsur. Nicht China, nicht Russland, sondern die Europäische Union wird darin als zentrale Bedrohung der Meinungsfreiheit identifiziert – und zwar nicht nur innerhalb Europas, sondern mit direkter Auswirkung auf den öffentlichen Diskurs in den Vereinigten Staaten. Der Titel des Berichts ist unmissverst
Donald Trump wird in Deutschland bis heute falsch gelesen. Nicht, weil Informationen fehlen, sondern weil der analytische Rahmen nicht stimmt. Die Berichterstattung der großen Medien reduziert Trump auf Stilfragen, Persönlichkeitsmerkmale und moralische Empörung. Was dabei systematisch ausgeblendet wird, ist der strukturelle Kern seiner Politik. Trump ist kein Betriebsunfall der Demokratie. Er ist Ausdruck eines Bruchs – und zugleich dessen Beschleuniger. Dieser Bruch richtet