Klimapsychose: Wenn jedes Wetter zur Katastrophe wird
- Thomas Tratnik

- 27. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Juli
Seit Jahren folgt das Muster derselben Logik: Jedes Unwetter, jeder Waldbrand und jede Hitzewelle wird umstandslos dem „menschengemachten Klimawandel“ zugeschrieben.

Die aktuelle Berichterstattung über Brände in Südeuropa, Monsunregen in Asien und sommerliche Temperaturen in Deutschland reiht sich nahtlos in diese Praxis ein. Was dabei systematisch ausgeblendet wird, sind die tatsächlichen Ursachen, die langfristigen Trends und die politischen Interessen, die hinter der Alarmrhetorik stehen.
Waldbrände: Natur, Nachlässigkeit – und Narrativ
Waldbrände in Frankreich und anderen mediterranen Ländern werden derzeit erneut als „Klimahölle“ inszeniert. Dabei zeigen Untersuchungen und historische Daten, dass Feuer in diesen Regionen seit Jahrhunderten vorkommen. Unachtsamkeit, vorsätzliche Brandstiftung und die Ausbreitung von forstwirtschaftlichen Monokulturen sowie dichter Besiedlung erhöhen die Schäden erheblich. Global betrachtet ist die Zahl der Waldbrände seit Jahrzehnten rückläufig – ein Fakt, der in der öffentlichen Debatte weitgehend ignoriert wird. Die größere mediale Aufmerksamkeit und die sofortige Klimazuschreibung erzeugen den Eindruck einer beispiellosen Eskalation, der den Daten nicht standhält.
Ähnlich verhält es sich mit den Überschwemmungen durch den Monsun in Indien und Südostasien. Die ARD-Tagesschau und vergleichbare Formate berichten von „heftigeren“ Regenfällen infolge des Klimawandels, ohne die zitierten Experten zu benennen und ohne die langfristigen Zahlen zu berücksichtigen. Die Zahl der Flutopfer und die wirtschaftlichen Schäden sind trotz stark gestiegener Bevölkerungszahlen in den betroffenen Regionen seit den 1960er-Jahren nicht gestiegen – eher leicht rückläufig. Dennoch wird das saisonale Phänomen in ein „neuartiges“ Bedrohungsszenario umgeschrieben.
Die Konstruktion der Hitzetoten
Besonders aufschlussreich ist der Umgang mit „Hitzetoten“. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig Schätzungen zur hitzebedingten Sterblichkeit – Zahlen, die auf statistischen Modellen beruhen und nicht auf konkreten Todesursachen in den Totenscheinen. Für 2025 wurden erneut Tausende „Hitzetote“ kommuniziert. Das Statistische Bundesamt hingegen geht für den Zeitraum 2003 bis 2023 von durchschnittlich nur etwa 22 unmittelbar hitzebedingten Todesfällen pro Jahr aus. Die Diskrepanz ist eklatant.
Die hochgerechneten Zahlen erfüllen einen politischen Zweck: Sie ermöglichen Forderungen nach „gesundheitlichen Notständen“ und weitergehenden Eingriffen. Die Methode erinnert an die Corona-Zeit, in der „an und mit“ zu einem Instrument der Narrative wurde. Wer an einem heißen Tag stirbt, wird statistisch dem Klima zugerechnet – unabhängig von Vorerkrankungen oder anderen Ursachen.
München und die künstliche Wasserkrise
Ein aktuelles Beispiel für die Instrumentalisierung liefert München. Der grüne Oberbürgermeister Dominik Krause verhängte weitreichende Wasserentnahmeverbote – vom privaten Pool bis zur Autowäsche – und drohte mit hohen Bußgeldern. Begründet wurde dies mit „strapazierten Ressourcen“ nach einem trockenen Winter und Frühjahr. Die Stadtwerke München hatten zuvor noch von „unerschöpflichen“ Vorräten gesprochen. Konkrete Tagesverbrauchswerte, die eine außergewöhnliche Belastung belegen würden, wurden auf Nachfrage nicht vorgelegt. Stattdessen verwies man auf Jahresdurchschnitte, die im Winter naturgemäß niedriger liegen und wenig aussagekräftig sind.
Alles deutet darauf hin, dass hier kein akuter Notstand vorliegt, sondern ein politisches Signal gesetzt werden soll: Verzicht, Kontrolle und die Demonstration von „Klimahandeln“. Die Bürger zahlen den Preis in Form eingeschränkter Freiheiten, während die Begründung auf wackligen Füßen steht.
Vehikel der Transformation
Das Muster ist konsistent. Medien und Politik greifen Wetterereignisse auf, deuten sie einseitig, blenden gegenläufige Daten aus und schaffen damit die Grundlage für weitergehende Eingriffe. Die Klimaideologie dient dabei als Vehikel: Sie rechtfertigt den Abbau von Freiheiten, die Umverteilung von Ressourcen und die moralische Disziplinierung der Bevölkerung. Kritik an den Zahlen, den Kausalitäten oder den Maßnahmen wird als „Leugnung“ abqualifiziert.
Die eigentliche Frage bleibt: Wie lange lässt sich eine Gesellschaft von Schätzungen, selektiven Berichten und künstlichen Krisen regieren, bevor die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität nicht mehr zu übersehen ist? Die Daten zu Waldbränden, Flutopfern und tatsächlichen Hitzetoten liegen vor. Sie werden nur konsequent ignoriert – zugunsten eines Narrativs, das Kontrolle und Verzicht als alternativlos erscheinen lässt.
