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Linksextremismus trifft Infrastruktur: Stromausfälle mit System?

  • Autorenbild: Thomas Tratnik
    Thomas Tratnik
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

In Deutschland häufen sich Anschläge auf kritische Infrastruktur – und sie folgen keinem Zufallsmuster. Seit März 2024 verzeichnen Sicherheitsbehörden eine Serie gezielter Attacken auf Strom- und Verkehrsanlagen, die nicht nur Unternehmen wie Tesla oder die Deutsche Bahn lahmlegen, sondern auch die Bevölkerung direkt betreffen. Die Täter bleiben anonym, die Bekennerschreiben erscheinen auf Plattformen wie Indymedia und machen deutlich: Linksextremistische Gruppen sehen in der Zerstörung von Infrastruktur ein Mittel, um Kapitalismus, Industrie und „Krieg“ zu bekämpfen – Kollateralschäden an Zivilisten werden billigend in Kauf genommen.



Der Auftakt dieser Welle war der Anschlag der „Vulkangruppe“ am 05. März 2024 nahe der Tesla-Fabrik in Grünheide. Der Stromausfall dauerte mehrere Tage, Produktion stoppte, umliegende Gemeinden waren betroffen. Ein Bekennerschreiben verkündete: „Wir legen den Kapitalisten das Handwerk, Kollateralschäden sind unvermeidlich.“ Ein Muster, das sich in den Folgejahren wiederholt: Brandanschläge auf Fernverkehrskabel in Bremen, Kabelschächte in Berlin, Trafohäuschen in Dahlem – jede Tat ein gezielter Angriff auf die öffentliche Infrastruktur.


2025 intensivierte sich die Serie: Angriffe auf Strom- und Kommunikationsmasten, Signalkabel der Deutschen Bahn und Baukräne von Strabag legten zentrale Verkehrsadern lahm. In Berlin-Südosten waren zeitweise 44.000 Haushalte ohne Strom, Schulen geschlossen, Patienten aus Pflegeheimen mussten evakuiert werden. Niemand wurde bislang gefasst, und die Täter bleiben untergetaucht.

Was diese Anschläge besonders gefährlich macht, ist das systematische Kalkül hinter den Aktionen. Es handelt sich nicht um spontane Gewaltakte, sondern um gezielte Sabotage mit klarer politischer Botschaft. Die Täter inszenieren sich als radikale Aktivisten gegen Klimawandel, Industrie und Kapitalismus, während sie gleichzeitig die Bevölkerung als Druckmittel instrumentalisieren. Die Infrastruktur wird zum Schauplatz eines ideologischen Kampfes – demokratische Institutionen und Sicherheitsbehörden stehen vor der Herausforderung, solche Anschläge zu verhindern, ohne in ein repressives Raster zu geraten.


Die Frage bleibt: Wie lange kann eine Gesellschaft diese Art von gewaltsamer Ideologie tolerieren, bevor die Kosten für die Allgemeinheit untragbar werden? Strom, Mobilität, Notfallversorgung – all das sind Grundlagen, auf die sich eine funktionierende Gesellschaft stützt. Jede Sabotage untergräbt nicht nur das Vertrauen in Staat und Wirtschaft, sondern gefährdet auch Menschenleben.


Solange die Täter anonym bleiben, die Finanzierung im Dunkeln liegt und Plattformen wie Indymedia für die Verbreitung der Bekennerschreiben genutzt werden, bleibt die Gefahr bestehen: Eine kleine, ideologisch motivierte Gruppe kann das öffentliche Leben stören, während die Politik in Reaktionszyklen gefangen ist. Deutschland steht vor der Herausforderung, die Grenze zwischen radikalem Protest und gezieltem Terror zu definieren – und gleichzeitig den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.


In einer Zeit, in der Infrastruktur als Lebensader der Gesellschaft gilt, sind solche Anschläge mehr als nur Kriminalität – sie sind ein Weckruf für die Politik, Sicherheitsbehörden und Bürger: Der Schutz unserer kritischen Systeme muss Vorrang haben. Sonst könnten linksextremistische Strategien zur Blaupause für die Sabotage des alltäglichen Lebens werden.


 
 
 

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