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Der Angriff auf unser Geld: Wie der Staat still enteignet – und warum das kein Zufall ist

  • Autorenbild: Thomas Tratnik
    Thomas Tratnik
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Sparen galt über Jahrzehnte als Tugend. Wer vorsorgte, Rücklagen bildete, investierte oder Eigentum erwarb, handelte verantwortungsvoll – für sich selbst und letztlich auch für den Staat. Dieses Prinzip wird derzeit systematisch aufgekündigt. Nicht offen, nicht per Enteignungsgesetz, sondern schleichend, technisch, bürokratisch. Es ist eine kalte Enteignung, die viele erst bemerken, wenn vom Brutto kaum noch Netto bleibt und aus Vermögen eine Belastung wird.



1. Die neue Logik: Sparen als Problem, Konsum als Pflicht

In Deutschland wie in weiten Teilen Europas hat sich die politische Logik verschoben. Sparen, Eigentum und Vermögensbildung gelten nicht mehr als Stabilitätsanker, sondern als Finanzierungsreserve für einen Staat, der seine Ausgaben nicht mehr begrenzt.

Die Mittel dazu sind bekannt:


  • steigende Einkommenssteuern und Sozialabgaben

  • kalte Progression durch Inflation

  • neue oder ausgeweitete Vermögens-, Grund- und Erbschaftssteuern

  • regulatorische Eingriffe in Mieten, Immobilien und Kapitalanlagen


Der Effekt ist eindeutig: Wer arbeitet, spart oder vorsorgt, trägt überproportional die Last.


2. Inflation: Die unsichtbarste Steuer von allen

Inflation ist keine Naturgewalt, sondern ein politisches Ergebnis. Sie entsteht dort, wo Geldmengen ausgeweitet, Schulden monetarisiert und fiskalische Probleme in die Zukunft verschoben werden.

Für den Staat ist Inflation bequem:


  • Schulden verlieren real an Wert

  • Steuereinnahmen steigen automatisch

  • politische Verantwortung bleibt diffus

Für Bürger ist Inflation zerstörerisch:

  • Ersparnisse verlieren Kaufkraft

  • Löhne hinken hinterher

  • Vermögensaufbau wird erschwert oder rückgängig gemacht


Inflation wirkt wie eine Steuer, ohne dass sie parlamentarisch beschlossen werden muss. Sie trifft vor allem diejenigen, die nicht ausweichen können: Arbeitnehmer, Rentner, Kleinsparer.


3. Der nächste Schritt: Besteuerung von Gewinnen, die es noch gar nicht gibt

Was lange als radikale Idee galt, wird nun Realität. Die Niederlande gehen voran und zeigen, wohin die Reise führen kann: Besteuerung fiktiver, nicht realisierter Kapitalgewinne.

Das Prinzip ist ebenso simpel wie problematisch:


  • Der Staat unterstellt eine angenommene Rendite

  • Diese wird besteuert – unabhängig davon, ob sie real erzielt wurde

  • Verluste oder Marktverwerfungen tragen allein die Bürger


Damit wird ein zentrales Prinzip des Rechtsstaats ausgehebelt: Besteuert wird nicht mehr reale Leistungsfähigkeit, sondern theoretische Erwartung.


Die politische Botschaft ist klar:Vermögen gehört nicht mehr dem Bürger – es steht unter Vorbehalt staatlicher Verfügbarkeit.


4. Immobilien: Eigentum unter politischem Kuratel

Auch Immobilienbesitzer geraten zunehmend unter Druck:


  • Mietendeckel und Zwangsregulierungen

  • energetische Sanierungspflichten

  • steigende Grundsteuern

  • politische Forderungen nach „Vergesellschaftung“


Eigentum wird formal nicht abgeschafft, aber wirtschaftlich entwertet. Wer gezwungen wird, unter Marktwert zu vermieten oder Investitionen nicht refinanzieren kann, verliert real Kontrolle über sein Eigentum.


Das ist keine soziale Ausgleichspolitik, sondern Vermögensabschöpfung durch Regulierung.


5. Die Folgen: Eine Gesellschaft ohne Vorsorge

Die langfristigen Folgen dieser Politik sind gravierend:


a) Vertrauensverlust

Wenn Sparen bestraft wird, verliert der Staat das Vertrauen seiner Bürger. Vorsorge wird sinnlos, Eigenverantwortung entmutigt.


b) Kapitalflucht und Investitionsstau

Vermögen sucht sich Wege. Wer kann, verlagert Kapital ins Ausland oder konsumiert statt zu investieren. Das schwächt den Standort.


c) Erosion der Mittelschicht

Die Mittelschicht trägt die Hauptlast: zu reich für Entlastung, zu arm für Absicherung. Sie wird systematisch ausgehöhlt.


d) Abhängigkeit vom Staat

Wer nicht vorsorgen kann, wird abhängig. Genau das verschiebt Machtverhältnisse – politisch und gesellschaftlich.


6. Cui bono? Wem nützt diese Entwicklung?

Kurzfristig profitiert der Staat:


  • höhere Einnahmen

  • weniger fiskalischer Druck

  • mehr Kontrolle


Langfristig verliert die Gesellschaft:


  • Innovationskraft

  • Stabilität

  • Eigenständigkeit


Eine Wirtschaft ohne Sparanreize ist eine Wirtschaft ohne Zukunft.


7. Gibt es Lösungen?

Ja – aber sie sind politisch unbequem.


a) Ehrliche Haushaltspolitik

Ausgabenbegrenzung statt Dauerschulden. Prioritäten setzen statt immer neue Programme.


b) Schutz realer Vermögensbildung

Keine Besteuerung unrealisierter Gewinne. Keine verdeckten Enteignungen durch Regulierung.


c) Inflationsschutz ernst nehmen

Steuerliche Entlastung der Mitte, Anpassung von Freibeträgen, Schutz von Ersparnissen.


d) Eigentum respektieren

Eigentum ist kein soziales Fehlverhalten, sondern Grundlage von Freiheit und Verantwortung.


e) Bürgerliche Vorsorge stärken

Anreize für Sparen, Investieren und Altersvorsorge – nicht deren Demontage.


Fazit: Kalte Enteignung ist kein Versehen, sondern Strategie

Was wir erleben, ist kein Ausrutscher einzelner Regierungen, sondern ein struktureller Kurswechsel. Der Staat hat begonnen, Vermögen nicht mehr zu schützen, sondern zu nutzen. Wer das ignoriert, wird überrascht werden.


Sparen, Eigentum und Vorsorge sind keine Relikte einer alten Welt. Sie sind die Basis jeder freien Gesellschaft. Wird diese Basis untergraben, bleibt am Ende nur Abhängigkeit – und ein Staat, der mehr verspricht, als er halten kann.


Die Frage ist nicht, ob diese Entwicklung gestoppt werden kann. Die Frage ist, ob sie rechtzeitig benannt wird.





 
 
 

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