Der Angriff auf unser Geld: Wie der Staat still enteignet – und warum das kein Zufall ist
- Thomas Tratnik

- vor 4 Tagen
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Sparen galt über Jahrzehnte als Tugend. Wer vorsorgte, Rücklagen bildete, investierte oder Eigentum erwarb, handelte verantwortungsvoll – für sich selbst und letztlich auch für den Staat. Dieses Prinzip wird derzeit systematisch aufgekündigt. Nicht offen, nicht per Enteignungsgesetz, sondern schleichend, technisch, bürokratisch. Es ist eine kalte Enteignung, die viele erst bemerken, wenn vom Brutto kaum noch Netto bleibt und aus Vermögen eine Belastung wird.

1. Die neue Logik: Sparen als Problem, Konsum als Pflicht
In Deutschland wie in weiten Teilen Europas hat sich die politische Logik verschoben. Sparen, Eigentum und Vermögensbildung gelten nicht mehr als Stabilitätsanker, sondern als Finanzierungsreserve für einen Staat, der seine Ausgaben nicht mehr begrenzt.
Die Mittel dazu sind bekannt:
steigende Einkommenssteuern und Sozialabgaben
kalte Progression durch Inflation
neue oder ausgeweitete Vermögens-, Grund- und Erbschaftssteuern
regulatorische Eingriffe in Mieten, Immobilien und Kapitalanlagen
Der Effekt ist eindeutig: Wer arbeitet, spart oder vorsorgt, trägt überproportional die Last.
2. Inflation: Die unsichtbarste Steuer von allen
Inflation ist keine Naturgewalt, sondern ein politisches Ergebnis. Sie entsteht dort, wo Geldmengen ausgeweitet, Schulden monetarisiert und fiskalische Probleme in die Zukunft verschoben werden.
Für den Staat ist Inflation bequem:
Schulden verlieren real an Wert
Steuereinnahmen steigen automatisch
politische Verantwortung bleibt diffus
Für Bürger ist Inflation zerstörerisch:
Ersparnisse verlieren Kaufkraft
Löhne hinken hinterher
Vermögensaufbau wird erschwert oder rückgängig gemacht
Inflation wirkt wie eine Steuer, ohne dass sie parlamentarisch beschlossen werden muss. Sie trifft vor allem diejenigen, die nicht ausweichen können: Arbeitnehmer, Rentner, Kleinsparer.
3. Der nächste Schritt: Besteuerung von Gewinnen, die es noch gar nicht gibt
Was lange als radikale Idee galt, wird nun Realität. Die Niederlande gehen voran und zeigen, wohin die Reise führen kann: Besteuerung fiktiver, nicht realisierter Kapitalgewinne.
Das Prinzip ist ebenso simpel wie problematisch:
Der Staat unterstellt eine angenommene Rendite
Diese wird besteuert – unabhängig davon, ob sie real erzielt wurde
Verluste oder Marktverwerfungen tragen allein die Bürger
Damit wird ein zentrales Prinzip des Rechtsstaats ausgehebelt: Besteuert wird nicht mehr reale Leistungsfähigkeit, sondern theoretische Erwartung.
Die politische Botschaft ist klar:Vermögen gehört nicht mehr dem Bürger – es steht unter Vorbehalt staatlicher Verfügbarkeit.
4. Immobilien: Eigentum unter politischem Kuratel
Auch Immobilienbesitzer geraten zunehmend unter Druck:
Mietendeckel und Zwangsregulierungen
energetische Sanierungspflichten
steigende Grundsteuern
politische Forderungen nach „Vergesellschaftung“
Eigentum wird formal nicht abgeschafft, aber wirtschaftlich entwertet. Wer gezwungen wird, unter Marktwert zu vermieten oder Investitionen nicht refinanzieren kann, verliert real Kontrolle über sein Eigentum.
Das ist keine soziale Ausgleichspolitik, sondern Vermögensabschöpfung durch Regulierung.
5. Die Folgen: Eine Gesellschaft ohne Vorsorge
Die langfristigen Folgen dieser Politik sind gravierend:
a) Vertrauensverlust
Wenn Sparen bestraft wird, verliert der Staat das Vertrauen seiner Bürger. Vorsorge wird sinnlos, Eigenverantwortung entmutigt.
b) Kapitalflucht und Investitionsstau
Vermögen sucht sich Wege. Wer kann, verlagert Kapital ins Ausland oder konsumiert statt zu investieren. Das schwächt den Standort.
c) Erosion der Mittelschicht
Die Mittelschicht trägt die Hauptlast: zu reich für Entlastung, zu arm für Absicherung. Sie wird systematisch ausgehöhlt.
d) Abhängigkeit vom Staat
Wer nicht vorsorgen kann, wird abhängig. Genau das verschiebt Machtverhältnisse – politisch und gesellschaftlich.
6. Cui bono? Wem nützt diese Entwicklung?
Kurzfristig profitiert der Staat:
höhere Einnahmen
weniger fiskalischer Druck
mehr Kontrolle
Langfristig verliert die Gesellschaft:
Innovationskraft
Stabilität
Eigenständigkeit
Eine Wirtschaft ohne Sparanreize ist eine Wirtschaft ohne Zukunft.
7. Gibt es Lösungen?
Ja – aber sie sind politisch unbequem.
a) Ehrliche Haushaltspolitik
Ausgabenbegrenzung statt Dauerschulden. Prioritäten setzen statt immer neue Programme.
b) Schutz realer Vermögensbildung
Keine Besteuerung unrealisierter Gewinne. Keine verdeckten Enteignungen durch Regulierung.
c) Inflationsschutz ernst nehmen
Steuerliche Entlastung der Mitte, Anpassung von Freibeträgen, Schutz von Ersparnissen.
d) Eigentum respektieren
Eigentum ist kein soziales Fehlverhalten, sondern Grundlage von Freiheit und Verantwortung.
e) Bürgerliche Vorsorge stärken
Anreize für Sparen, Investieren und Altersvorsorge – nicht deren Demontage.
Fazit: Kalte Enteignung ist kein Versehen, sondern Strategie
Was wir erleben, ist kein Ausrutscher einzelner Regierungen, sondern ein struktureller Kurswechsel. Der Staat hat begonnen, Vermögen nicht mehr zu schützen, sondern zu nutzen. Wer das ignoriert, wird überrascht werden.
Sparen, Eigentum und Vorsorge sind keine Relikte einer alten Welt. Sie sind die Basis jeder freien Gesellschaft. Wird diese Basis untergraben, bleibt am Ende nur Abhängigkeit – und ein Staat, der mehr verspricht, als er halten kann.
Die Frage ist nicht, ob diese Entwicklung gestoppt werden kann. Die Frage ist, ob sie rechtzeitig benannt wird.
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